Ein kleine Nachtgeschichte
Mit verbitterter Stimme sprach der Herr: “Liebe, wenn ich nur das Wort schon höre frisst sich ein graugrüner Brei durch meine Eingeweiden. Die Liebe ist eine Krankheit, eine ekelhafte höchst ansteckende Volksseuche. In allermunde ist dieser Spießrutenlauf der gegenseitigen Ansteckung. Ungeachtet dessen, das das dabei empfundene > gemeinsame Glück < nur ein totsicheres Symptom dieses Wahnsinns ist. Erst fühlt man die Euphorie, aber irgendwann und sei es erst nach Jahren, schlägt das Gefühl in Elend um. Liebe, eine Krankheit ohne wirksames Heilmittel.” Alfred nickt während er innerlich gar nicht stärker seinen Kopf schütteln könnte: “Aber Sire, ich bin mir sicher das die Liebe und eine Partnerschaft auch ihre wohlgesonnenen Seiten haben.” “Oh Alfred, du scheinst mir doch nicht jenen stümperhaften Blinden zugehörig zu sein?” wandte Herzog Grämig ein. “Nein Sire, tut mir Leid Sire”. “Ich denke, dass einzig effektive Heilmittel wird wohl der Freitod sein, ja derzeitig Bestimmt die schnellste Genesungsmöglichkeit.” “Sire, entschuldigen Sie bitte nochmals Sire, aber sie wollen doch nicht sagen, dass man nur durch den Tod der Liebe entfliehen kann.” widersprach Alfred abermals. “Nein Alfred, ein Mann in meiner Stellung darf seine Gedanken nicht an so eine Lappalie wie die Liebe schweifen lassen, das wäre Verschwendung von Energie.” “Außerdem bin ich mir sicher, dass eine Verbundenheit erhebliche Vorteile mit sich bringt” warf Alfred mit fester Stimme ein. Leicht verdutzt sah der Herzog zu Alfred rüber und fing an zu grinsen “Ach Alfred, die körperlichen Gelüste stehen nur scheinheilig mit der Liebe im Zusammenhang. Es steht doch jedem frei auch ins Freudenhaus zu gehen, ich bin sogar der Meinung das das Bordel am Ende um einiges Preiswerter als eine Partnerschaft ist. All die Zeit die man in > die Liebe < investiert, lässt sich doch wohl kaum mit den paar Kröten für eine Freudendame aufwiegen.” Ungläubich macht Alfred nur noch kehrt und verschwindet.
