Abends an der Sushibar
Gestern wurde ich zum Sushi-essen eingeladen. Ich habe noch nie Sushi gegessen, von meinem Elternhaus her waren Fischgerichte eher seltenst auf dem Speiseplan. Nichtsdestotrotz mag ich Fisch. So kam es, dass ich auch das erste mal ein richtiges Sushirestaurant betreten habe, es war recht gut besucht, was schonmal positiv zu bewerten ist. Die Bedienung hat uns drei im gebrochenem deutsch einen Tisch direkt an der “Tellerstraße”, wo das ganze Sushi entlang fuhr, zugewiesen. Interessanterweise war nicht nur Fisch zu sehen, ganz viele andere leckere fruchtige oder frittierte - oder beides – Dinge waren auf kleinen bunten Tellern angerichtet. Vergeblich, aber nicht wirklich wundert habe ich nach Besteck ausschau gehalten, bis mir die papierverpackten Essstäbchen auffielen – das konnte ja heiter werden. Zum Glück war eine bebilderte Anleitung klein auf die Verpackung gedruckt… nur ist das wie Klavierspielen, man kennt die Noten, man kennt den Takt, man weiß wie sich die Melodie anhören sollte, aber wenn man das erste mal in die Tasten haut klingt das meist kacke… so verkrüppelt wie ich musiziere hielt ich dann auch das erste mal die Stäbchen. Meine Begleitung nahm einen Teller mit dem drauf, was meiner medienangereicherten Vorstellung von Sushi entsprach und stellte ihn vor mir. Ich versuchte, so unbeholfen wie ein Baby mit Malstiften, das Stück Reis in irgendwas eingerollt gefüllt mit einem anderen irgendwas, mit den Stäbchen zu greifen und als das geschafft war, es triumphierend in meinen Mund zu schieben. Doch bevor ich es kosten konnte wurde ich auf die Sojasoße und den brauch das vorher dort einzutunken hingewiesen, mit Stäbchen! – Fu! Challenge accepted -
Mit anfänglichen Fingerverkrampfungen hab ich mir ein Teil nach dem Anderen reinschieben können, Teller für Teller, die ihrerseits immer mal wieder von der Bedienung abgeholt wurden. Dann dachte ich mir, meine Stäbchenskillz mal auf die Probe zu stellen und nahm mir ein Teller mit gebratenen Nudeln. Ich saß – ohne Witz – eine geschlagene halbe Stunde an diesem Teller, zum Ende hin war ich dann sogar schon soweit und konnte mir eine einzelne Erbse mit den Stäbchen nehmen. Die Teller stapelten sich weiter und mir schmeckte weitgehend alles! Der Reis ist ja mal ne ganz andere Liga als der Unkle Benz, der in meiner Schublade lagert. Yummi! Krabben, Yummi! Fisch, Yummi! Muscheln, Yummi! Mehr Fisch und mehr Reis, Yummi! Und frittiertes Vanilleeis, Yummi! JA, richtig gelesen, frittiertes Eis, AWESOME!
Zwei Stunden später sind wir dann noch rüber zur Shishalounge gerollt. Man ich war fertig und sehnte mich nach meinem Bett.
